Macht mehr Feuilleton!

Manchmal geschehen noch Zeichen und Wunder. Mit etwas Glück stehen wir gerade am Anfang einer Debatte um Zeitungsjournalismus, die sich mit Inhalten befasst – und nicht mit Ausspielwegen. In den Medienwandel-Diskussionen der letzten Jahren ging es meistens um die Träger des Inhalts: Es ging darum wie Zeitungstexte aufs iPad kommen können; darum, dass Zeitungstexte trotz Internet kostenpflichtig bleiben müssen; darum, dass Blogs Zeitungstexte doch bitte nicht ersetzen können.

Vergangene Woche hat der Filmkritiker Georg Seeßlen statt der Abspielgeräte einmal die Inhalte deutscher Zeitungen in den Fokus gerückt und in der “taz” mit einigem Rumms gefordert: Schafft das Feuilleton ab!

Es [Anm.: das Feuilleton] ist (…) eine Art Garbage Collection; hier bringt man unter, was in den anderen Ordnungen nicht funktioniert. Es ist der Ramschladen des bürgerlichen Selbstverständnisses geworden. Zum Beispiel politische Kommentare, die die Grenzen zum Essay überschreiten, oder die Generallinie des Blatts, mal nach links, zunehmend nach rechts.

Ich denke Seeßlen liegt falsch. Ich denke, das Feuilleton gehört nicht abgeschafft. Es ist genau umgekehrt: Der Rest der Zeitung gehört abgeschafft. Solange Zeitungen mehrheitlich aus Nachrichten bestehen, wie sie es heute tun, braucht sie kein Mensch mehr. Ich glaube stattdessen, dass dem Zeitungsfeuilleton, wie wir es heute kennen, die Zukunft gehört. Und zwar nicht die Zukunft kultureller Berichterstattung, sondern die Zukunft des Zeitungsjournalismus.

Warum? Nun: Was bedeutet der Medienwandel denn unterm Strich? Er verheißt die schnelle Verfügbarkeit von Nachrichten, online, 24/7, kein Durchatmen, keine Draufsicht, keine Analyse: reine Nachrichten, mal mehr, mal weniger wichtig. Das ist alles bekannt. Und seitdem es bekannt ist, wird den Zeitungen gepredigt, sie sollten mehr Analyse, mehr Draufsicht bieten. Aber wer macht das? Wo finde ich das?

Im Feuilleton.

Das bietet mir immer mehr das, was Georg Seeßlen im “Ramschladen des bürgerlichen Selbstverständnisses” wahrscheinlich ganz unten in die Regale räumen würde – beispielsweise also “politische Kommentare, die die Grenzen zum Essay überschreiten.” Kommentare, die Draufsicht und Analyse bieten. Kommentare, die die Welt erklären. Ein Beispiel dafür ist Ende 2011 erschienen. Nils Minkmar, damals noch Redakteur der FAS, schrieb einen Text mit dem Titel “Die Schönheit der Chance” – ein Paradebeispiel politischer Analyse, das seitdem auf meinem Schreibtisch liegt.

Die Tage waren damals schon wie heute noch von politischem Geplänkel geprägt. Die Euro-Krisen-Gipfel rissen nicht ab, der Damals-noch-griechische-Präsident Papandreou trat täglich vor die Presse, um die nächste Katastrophe zu verkünden, Angela Merkel tat es ihm gleich – nur dass sie die Katastrophen herunterspielte. Auch Barack Obama spielte mit, wobei nicht wirklich ersichtlich wurde, warum. Feuilleton-Reporter Minkmar besuchte in diesen Tagen den G20-Gipfel in Cannes. “Die Schönheit der Chance” war ein Resümee des Gipfels:

Da standen sie im Regen, die beiden, die doch seit drei Jahren kaum etwas anderes tun, als Rettungsschirme aufzuspannen. Es war das Ende eines elenden Gipfels, von den Großen Zwanzig waren achtzehn schon weg, nur Obama und Sarkozy waren noch geblieben und standen nun da wie begossene Präsidentenpudel. Bejubelt wurden sie von der einzigen Bevölkerungsgruppe, die sich im novembrigen Cannes auftreiben lässt: Rüstige Rentnerinnen, die immerhin ihre Frisur mit durchsichtigen Plastikhauben zu schützen verstanden. So eine Duschhaube hätte man den beiden noch um den Kopf binden sollen, dann wäre restlos alles klar gewesen.

Minkmar beobachtete, zog Schlüsse, achtete auf die kleinen Details, statt auf die großen Gesten:

Zu ihren wesentlichen Errungenschaften auf dem Gipfel zählte [die australische Premierministerin, Anm.] Gillis die Unterredung mit dem türkischen Premier Erdogan wegen des im Jahr 2015 anstehenden Geburtstags der Schlacht von Gallipoli, bei der sehr viele Australier umkamen. Es ging da um die touristische Infrastruktur, um Busparkplätze und Ähnliches, Themen also, für die einst das Telefon erfunden wurde.

Minkmars Text ist nicht sehr nachrichtlich, das Wort G20-Gipfel etwa kommt kein einziges Mal vor, er verkündete auch nicht, was dort in Cannes verkündet wurde – aber er analysierte die Gemengelage und ordnete sie ein. Er vermittelt das Bild eines politischen Schaulaufens, um des Laufens willen. Kurz: Er macht seinen Job, dem Leser die Hintergründe aufzeigen, die Phrasen entblättern und somit: die Welt erklären.

Ich habe mir, nachdem ich den Text der FAS wieder in die Hände bekam, einmal die FAZ-Schlagzeilen der gleichen Woche zusammen gesucht. Sie waren so blutleer wie nichtssagend:

Wie wahrscheinlich die Allermeisten, habe ich diese Schlagzeilen damals während des ersten Morgenkaffees gelesen. Da hatte ich bereits die “Tagesthemen” am Vorabend gesehen und am Morgen die Netz-Schlagzeilen gelesen: Ich wusste, was passiert war. Wozu also noch die Zeitung aufschlagen?

Ja, hier ist die Stelle, an der wehgeklagt wird, dass es noch immer ältere Leser gibt, die auf die Zeitung als einziges Informationsmedium vertrauen. Die nur dort erfahren, wenn etwas Wichtiges auf unserer Welt passiert. Das ist richtig. Aber lässt sich auf ihnen ein tragfähiges Konzept für den Zeitungsjournalismus der Zukunft bauen? Keiner sagt, dass der Schritt einfach ist, er bedeutet ein Stück Identitätsaufgabe. Bislang war es die traditionelle Aufgabe jeder Zeitung, Informationen weiterzugeben. Genau: war.

FAS-Feuilletonchef Claudius Seidl hat vor einiger Zeit erklärt, welchen Vorteil er im Feuilleton gegenüber seinen Nachrichtenkollegen hat:

Wir haben zumindest die Freiheit, die einfachen Fragen zu stellen, weil wir von den Berichterstatter-Pflichten entbunden sind.

Ich denke, dass Seidl hier die Vergangenheit beschwört. Ich denke, dass es nicht mehr das Vorrecht des Feuilletons ist, von den Berichterstatter-Pflichten entbunden zu sein – sondern die Pflicht aller Ressorts einer Tageszeitung, es dem Feuilleton gleich zu tun. Sich die Zeit und Ruhe zu nehmen, Nachrichten zu erklären, statt sie zu vermelden. Und Nachrichten nicht mehr als Nachrichten zu verkaufen. Denn die waren in dieser Novemberwoche im Jahr 2011 schon erzählt, bevor die Frankfurter Druckerpressen am Abend angeworfen wurden.

Es ist das Abstrahieren, das Herumspinnen, das In-Bezug-setzen, was das Feuilleton ausmacht? Und ist es nicht auch das, was die schnellen Live-Ticker der Onlinemedien überdauert? Das Kontemplative, Nachdenkende. Und ist es nicht das, was die Zeitungen – mit ihren aus der Zeit gefallenen Produktionszeiten, den lärmenden Druckerpressen und dem Am-nächsten-Tag-gelesen-werden – am Ende des Tages rettet.

Und sollte nicht deshalb alles Feuilleton sein? Nur eine Idee.

Außerdem zur Feuilletondiskussion: Johannes Kuhn auf kopfzeiler.org

8 Comments

  1. Krystian Woznicki says: 08/14/2012 at 20:32

    Die Feuilletonisierung der gedruckten Tageszeitung (in all ihren Ressorts) hat bereits stattgefunden – zumindest indem hier vorgeschlagenen Sinne, ungefähr: alles muss nicht noch schneller, sondern langsamer, bedächtiger, reflektierter werden, ferner: mehr Einordnung, mehr Analyse, mehr Hintergrund, etc. Dieser Schritt war zwingend notwendig (für das bisherige Überleben der Digitalisierung) und schlägt sich nieder im Unterschied der Online-Portale der Zeitungen und der gedruckten Version. Und das schon seit einiger Zeit. Noch viel deutlicher tritt diese Ausdifferenzierung aber in der Wochenzeitung zu Tage, z.B. bei Die Zeit und Zeit Online.

    Freilich, die Zupsitzung am Ende : Schafft alle anderen Ressorts ab – ausser dem Feuilleton, das ist als polemische Hyperbel zu lesen.

    Doch die entscheidende Frage, die bleibt: Beschreibt das, was hier als Feuilletonisierung verstanden wird, tatsächlich schon die Grenzen und den Horizont des Feuilletons? Lässt sich das Feuilleton tatsächlich auf Entschleunigung, Reflexion und Kontextualisierung reduzieren? Oder müssen wir es größer und weiter, gleichzeitig viel konkreter, weil gegenwartsbezogner fassen? Und müssen dann nicht wir zurück zu den inhaltlichen Fragen, die gesellschaftliche Transformation betreffen?

    Inhalte bedingen Formate, Formate bedingen Inhalte – alles ist im Fluß. Und wenn wir es in den größten Fluß unserer Zeit werfen (Digitalisierung und Globalisierung), dann kommen sicherlich auch sehr überraschende Dinge dabei heraus. Vielleicht fehlt Vielen einfach noch der Mut.

    PS: Mein Kommentar zu “Schafft das Feuilleton ab!“
    findet sich hier:
    http://berlinergazette.de/feuilleton-abfall-elite

  2. Gregor Keuschnig says: 08/15/2012 at 08:26

    Die Definition des Feuilletons als fern- oder wenigstens weitab jeder Nachrichten”verpflichtung” oder, wie es hier durchschimmert, als reflektierende Hintergrundberichterstattung, die (was auch immer) aufbereiten soll – das ist nicht das, was Seeßlen mit seinem Feuilletonbegriff meint. Seeßlen stört sich am Kathederfeuilleton, das im übrigen alles andere als entschleunigt ist, sondern jeden Hype gnadenlos mit Verfallsdaten belegt. So kommt es einem fast wie ein Irrtum vor eine Buch- oder Filmrezension zu lesen, die drei Monate nach dem Herausgabedatum des Mediums verfasst ist. Die Karawane des Feuilletons trieft längst vor Vorausschauen, in denen Bücher, die für das Publikum noch gar nicht erwerbbar sind, bereits gefeiert oder verteufelt werden. Will sagen: Das Feuilleton selber ist weitgehend nur noch Kultur-Nachrichtenmedium; aufmerksamkeits-getragen. Bei den Klassikern müssen es immer Neuerscheinungen und Neuübersetzungen sein. Oder es gibt die regelmäßigen Kanon-Debatten.

    Seeßlens Unbehagen richtet sich gegen die, wie er es im Alt-68er Jargon ausdrückt, “bürgerliche” Dominanz des Feuilletons. Das Wort “bürgerlich” kommt in allen möglichen Variationen 14x in dem kurzen Text vor. Da passt jemandem die Richtung nicht, also wird das Kind gleich mit dem vermeintlich schmutzigen Badewasser ausgeschüttet. Die hier stehende Gegenpolemik ist Seeßlens Text was Beweisführung und Argumentationstiefe angeht um Längen voraus. Dennoch brauche ich nicht mehr Feuilleton (oder weniger). Vielleicht einfach nur etwas Anderes. Aber das kann mit den aktuellen Protagonisten (inklusive Seeßlen) kaum entstehen. Zu festgefahren sind die “Connections” schon.

  3. Jeeves says: 08/15/2012 at 08:52

    Was sind “Ausspielwege”?

  4. Neuen Journalismus braucht die Welt says: 08/16/2012 at 00:45

    Nimm die App von nachrichten.de und schau Dir zu ein paar Nachrichten die Headlines an. Das sollte jedem die Situation klarmachen.

    Wo und wann haben Debatten schon mal funktioniert ? Korruption ? Atom-Ausstieg ? … Na also. Banken haben erst jetzt NFC-Chips für EC-Karten und zum Aufkleben eingeführt. Weil das eine echte Marktänderung bringt. Das Onlinebanking hingegen wurde seit Einführung nicht verändert. Online-Lastschriften, Schecks fotografieren, Rechnungen fotografieren und mit QR-Codes auslesen und (vorher beim Handwerker) ausdrucken oder was Paypal, Square und Dwolla machen gibt es alles nicht oder von den genannten Konkurrenten.
    Etablierte Geschäftsmodelle passen sich ungern an und lassen den Platz gerne den neuen disruptierenden Mitspielern. Kirchen mit Römischen Zahlen und Adam Riese mit Volks-Rechnen und Arabischen Ziffern. Kirchen mit Kopier-Dienstleistungen (Name der Rose, Erstes Gesetzbuch der Germanen oder so) und Druckereien. Pferde-Unternehmen und Autos. Pferde-Wasserpumpen und Dampfmaschinen. Landkarten-Verlage und Routenplaner-Firmen. Deutsche Zentralbibliotheken und Google. Deutsche Musik-CD-Sammlungs-Einrichtung und ITunes. …

    Wie es sich aus 1) und 2) für mich ergibt, geht es eher um “feuilleton-ähnliche” Artikel.
    Da Online-Redaktionen oft genug ausgegliedert sind, haben sie gegenüber Print keine Verpflichtung. Print ist der kleine Snack an der Tankstelle und Online das mehrgängige Menü.
    Denn Online hat keine Platzbeschränkung. Man kann Artikel und Geschichten Fortschreiben und Erklärungen wiederbenutzen (was man natürlich kenntlich machen sollte) und einen gigantischen Mehrwert gegenüber 60-Sekunden-Berichten in der TV-News oder 100 Worten in der Print-Zeitung und E-Version der Print-Zeitung schaffen mit sehr viel geringeren Nebenkosten für Druck und Vertrieb. Besonders ärgerlich sind Berichte über Quartalszahlen. In print hat man keinen Platz. Also ist es der Fastfood-Snack und man muss sich ein paar Zahlen herauspicken und die Agentur erwischt hoffentlich die richtigen Zahlen und Vergleiche mit Konkurrenten usw. Bei Online müssten aber alle Zahlen und Vergleichswerte in Euro und Dollar(oder Yen oder Yuan(?) ) dranstehen. Stattdessen muss man selber rechnen weil auch Online nur die Agentur-Kurz-Meldung abliefert und auch die Agenturen keine kurzen(für Print) und langen (für Online) Texte liefern.
    Das was als Zettel in der Akte des Reporter steckt gehört seit 1999 als das Internet normal wurde und rot-grün regierte stattdessen als Beleg in die Online-Artikel. Belegen lernt man im Studium. Aufwärm-Köche haben ihre Ausbildung ja in Küchen gelernt wo man rohe Zutaten kauft und zubereitet.

    Presse findet sich selber gut und reagiert oft ungehalten auf Kritik. Formel-1-Teams und auch Parteien hingegen sind niemals mit ihrem Ergebnis zufrieden und wollen immer schneller werden oder 99% Stimmanteil oder alle Konkurrenten unter der 5%-Hürde und den Rest der Stimmen (5.1% reichen dann ja für alle Stimmplätze im Parlament abzüglich Direktmandate der Gegner).
    Zu hohe eigene Zufriedenheit ist vielleicht ein Hinweis auf das Erscheinen neuer (besserer) Anbieter die sich (wie die Tiere in der Evolution) besser an die aktuellen Marktgegebenheiten anpassen und besseres auf den Tisch bringen als die althergebrachten Marktteilnehmer. Springer hat mit den Rubrikenmärkten (Autos, Wohnungen, Job-Börsen) das womit Verlegerfamilien früher ihre Gewinne machten und die in ihrer politischen gefärbten Politik-Berichte querfinanzierten. Der Marktführer ist also auch mal der wirksame Technologieführer im Print-Bereich während die anderen vielleicht nicht mitbekommen was passiert obwohl sie selber täglich Bild.de in großer Schrift am Ipad lesen weil sie keine Brille tragen wollen.

    Welche wirksamen Mechanismen der Anpassung siehst Du ? Moral ? Diskussionen ? Technologie ? Abwanderung der Rentner aufs Ipad und SmarTV wo RTL schon lange z.B. im VideoText und natürlich in den informativen News gute qualitäts-leistungs-News-Angebote und Reality-TV-Dokumentations-Formate liefert ?

    Das in der taz kritisierte “bürgerliche” “Feuilleton” für ich glaube Funktionäre braucht man vielleicht wirklich nicht mehr. Neulich gabs irgendwo ein Interview von einem Chefredakteur oder Verlags-Chef der meinte, sie würden die Sportmeldungen gesammelt einmal pro Woche bringen und anders von Lokalpolitik berichten. Das hätte zwar selbstverliebte Personen und sich selbst sehr wichtig nehmende Lokalpolitiker und Vereins-Chefs verärgert und bei der Redaktion anrufen lassen, aber das wäre eine richtige Entscheidung gewesen. Wenn man nur einmal pro Woche von Superstars berichten dürfte (dann gerne auch als 100seitige Beilage oder 10stündige Reportage im TV), wäre der freie Platz frei für andere Themen.

    Sowas wäre schnell programmiert, aber (wie vielleicht auch Google Hangouts) vielleicht schnell abgemahnt. Blogger kritisieren gerne, wollen aber oft (wie Parteien aber dieses Blog ist nicht gemeint) Steuersubventionen statt profitable Alternativen aufzubauen. 30% der Medien-Nutzung findet an Phones und Tabletts und bald auch Smart-TVs statt. Die (ungeeignete) Bezeichnung ist “mobil”. Passender wäre “no-PC”. Aber nur 1% der Werbung ist bisher auf no-PCs.
    Mit Veränderung der Situation ist also wenig zu rechnen. Eher führen Parteien und Fußball-Vereine Liquid ein und lassen die Basis schikanierungsfrei mitdiskutieren (“crowd-sourcing”) und wählen und selbst-finanzieren! (“crowd-funding”) schikanefrei die beste Lösung. Die Pyramiden wurden auch freiwillig gebaut und nur Chinesen können (und werden sie vermutlich bald genug) sie ohne Steuergelder als Freizeitpark oder Wohn-Projekt oder Super-Knast nachbauen und danach in doppelt und dreifach größer denn Wüstensand und Baumaterial wie Bambus gibt es genug. Deutschland hingegen hat vorbidliche und überlegene Bauprojekte wie Stuttgart-21, Nürburg-Ring und natürlich den Hauptstadt-Flughafen…

    Vielleicht enthält dieses Posting Sarkasmus.

    @Jeeves: Vermutlich “Verbreitungs-Kanäle” wie Ipads, SmarTVs, Mobilfunk wie bei Kindle (wo kein WiFi ist), TV, Zeitschriften, Papier-Zeitungen (6mal pro Woche im Briefkasten aber eher oft nicht im Ausland oder wenn man unterwegs ist), kostenlose Papierzeitungen (4 Stück pro Woche im Priefkasten)…
    Im Prinzip ist der Begriff “Ausspielwege” aber mehrdeutig weil nicht nur die Medienträger oder PayTV-Dienste (KabelTV, HD+, Sky,.. oder Kino, Videotheken, KaufDVDs, PayTV, FreeTV,… gebundenes Buch, Taschenbuch, modernes Antiquariat, Sonderdrucke für Buchclubs oder bestimmte Buchketten) derselben Print-Texte oder Reality-TV-Serien sondern auch die vielen Wege derselben Agenturmeldung oder PR-Meldung (“Schokolade macht glücklich” “Schokolade macht schlank” …) oder PR-Aktion (Interview mit Schauspielern die ihren Film promoten oder Leuten die ihr Buch promoten und drumherum-Meldungen oft mit hohem Banalitäts- oder gestreutem Fiktions-Charakter, “Das nächste SmartPhone hat anders herum drehende Schrauben um Patente zu umgehen”) gemeint sind.

  5. Tim says: 08/16/2012 at 16:22

    @Gregor: Das Feuilleton, das du beschreibst (= “Kultur-Nachrichtenmedium”), soll hier auch gar nicht gemeint sein. Hier gilt der gleiche Grundsatz wie für den Wirtschafts-, Sport-, oder Sonstwas-Journalismus: gedruckte Nachrichten sind erzählt, lange bevor die Druckerpressen anlaufen.

    Und was das Personal angeht: Ich denke, dass es einige gibt, die den Blick auf das große Ganze zu Papier bringen könnten (Minkmar war hier ja nur ein Beispiel, wenn auch ein eindrückliches) – vielleicht gäbe es sogar noch mehr, wenn die nicht immerzu damit beschäftigt wären, die Nachrichten des Tages nachzuerzählen.

  6. Tim says: 08/16/2012 at 16:28

    @Jeeves: Eine etwas sperrige Formulierung, gebe ich zu. Es meint – wie oben schon mal kommentiert – “Verbreitungskanäle”, also die unterschiedlichsten Medien, über die Inhalte transportiert werden können.

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