Tweets from the Battlefield

11 May 2012

Die Überlegungen begannen schon kurz nachdem die 140 Sekunden in Serie gegangen waren: Irgendwie wollten wir es schaffen, auch mal einen Tweet außerhalb Deutschlands zu thematisieren und damit das Potential der US-Twittersphere, der UK-Twittersphere oder den Usern im arabischen Raum nutzen. Schon damals träumte ich davon, den ersten Tweet überhaupt von Twitter-Gründer Jack Dorsey (“just setting up my twtr”) zu verfilmen – mal größenwahnsinnig gesprochen: wo, wenn nicht bei uns sollte das stattfinden?

Aber wie finanzieren? Unser Budget sah damals und sieht heute noch keine Reisen nach San Francisco oder in den Nahen Osten vor. Einen dort ansässigen VJ von Deutschland aus betreuen? Möglich, aber problemanfällig. Irgendwann kam uns die simple und nahliegende Idee – warum nicht Skype nutzen, um Interviews rund um die Welt zu führen? Gut, wir mussten Abstriche in der Optik machen, ein Skype-Bild ist gegen das Bild einer DSLR-Kamera ein Witz.

Wir haben eine Lösung gefunden. Ich habe ein Skype-Interview mit @RealTimeWWII geführt, die Kollegen Maximilian Rügamer und Christopher Pusch haben sich die Hände wund animiert. Herausgekommen ist: die erste internationale Folge der 140 Sekunden.

Yo, Grimme!

8 May 2012

Man wünscht sich irgendwie anders ans Telefon zu gehen, wenn das Grimme-Institut anruft. Nichtsdestotrotz: Die 140 Sekunden sind in diesem Jahr für den Grimme Online Award nominiert. Darauf ein dreifaches “Yo”!

Wenn dieser Post hier online geht, sitze ich noch in der Landesmedienanstalt NRW in Düsseldorf bei der Bekanntgabe der Nominierungen und warte darauf, dass die Sperrfrist verstreicht. Dann nämlich, nach 12 Uhr, ist auch das Voting für den Publikumspreis freigeschaltet.

Unter tvspielfilm.de/grimme kann bis zum 13. Juni, 24 Uhr für uns abgestimmt werden. Für die restlichen 24 Nominierten natürlich auch.



Klickt wie die Wilden – wenn ihr es schafft, dass wir den Publikumspreis holen, gehe ich eine Woche nur noch mit “Yo” ans Telefon. Versprochen.

Thinking out of the box

6 May 2012



re:publica 2012

1 May 2012

In Berlin reden gerade wieder alle übers Internet. Gemeinsam mit den Kollegen @ottomat, @graemmophon und Sebastian Meinberg bin ich wie die letzten Jahre zur re:publica gefahren, um für on3 Jugendprogramm zu machen. Über drei Panels werden wir im TV-Magazin berichten:

1. Let’s streit – Wer darf mich tracken?
2. MakeLoveNotPorn (bin gespannt, wie wir das FSK6-gerecht umsetzen)
3. Poetry Spam (bin gespannt, wie wir da Relevanz reinbekommen)

UPDATE: Mittlerweile sind die Beiträge online.

Furchtlose Krieger

22 April 2012

Gegen den Trend: Warum der ZDFkultur-Talk „Roche & Böhmermann“ so unverschämt gut ist.

Lassen Sie mich mal eine steile These aufstellen: Je länger Fernsehmacher Fernsehen machen, desto ängstlicher werden sie. Das klingt paradox, da haben Sie recht, aber Sie müssen sich das wie folgt vorstellen. Ihr Leben lang sehen sich Fernsehredakteure in diesem Land in einen Kampf gegen drei übermächtige Gegner verwickelt. Da wären einmal der Zuschauer, der mit der Fernbedienung in der Hand (und, im schlimmsten Fall, einer dieser mysteriösen GfK-Quoten-Boxen im Medienmöbel) über Fernsehkarrieren entscheidet – siehe Thomas Gottschalk.

Der zweite Gegner sind die Senderchefs. Senderchefs können ein ruhiges Leben führen, wenn sie nicht auffallen. Immerhin gibt es so viele Sender, wenn da einer mal langweilig vor sich her sendet: Wer soll das schon merken? Ganz anders, wenn mal etwas ausprobiert wird, wenn etwas gewagt und möglicherweise falsch gemacht wird – denn es gibt ja noch den dritten Gegner: die Kritiker. Und wir haben es uns in den vergangenen Jahren angewöhnt, alles am deutschen Fernsehen schlecht zu finden. Es ist sozusagen unser Job geworden, zu meckern, wenn etwas schiefgeht, wenn etwas anders ist, oder wenn wir einfach Lust haben. Ein Verriss schreibt sich wesentlich leichter als eine Hommage und ist viel lustiger. Das Publikum lacht gerne.
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“Backstage München – immer ausverkauft!”

21 April 2012

Kool Savas und die Liga der außergewöhnlichen MCees feiern Tourauftakt im Münchner Backstage Werk. Die coolste Cap der Redaktion war dabei. Ein Nachbericht ohne Worte.


In der Mitte der Meinungsmacher

21 March 2012

Als „Focus“-Chefredakteur ist er gescheitert, nun will sich Wolfram Weimer als Verleger neu erfinden.

Eine Überschrift für dieses Porträt scheint er schon im Kopf zu haben: Der „intellektuelle Konservative der nächsten Generation“, so beschreibt sich Wolfram Weimer selbst. Dafür, für diese Position, gebe es einen Markt in Deutschland, sagt er relativ früh im Gespräch. Weimer weiß, wie man Marken platziert, das hat er in der Vergangenheit bewiesen. Nur geht es heute nicht mehr um irgendeinen Printtitel – es geht um ihn und seinen Platz in der Branche.

Ein gutes Jahr ist es her, dass wir uns zuletzt sprachen. Im Januar 2011 noch in seinem Chefredakteursbüro im Münchner Arabellapark und nicht im Seehaus am Englischen Garten. 36 Minuten und 55 Sekunden lief damals das Aufnahmeband, es war ein gehetztes Interview über Weimers Pläne für den „Focus“, über seine Akzeptanz in der Münchner Redaktion und das Verhältnis zu Helmut Markwort. Ein kurzes Gespräch, an dessen Ende Weimers Sekretärin die Tür aufriss, um den Chef aus der unkommoden Situation zu befreien: „Herr Weimer, Sie müssen dann jetzt …“

In der Zwischenzeit ist viel passiert. Wolfram Weimer ist beim „Focus“ rausgeflogen, auch wenn der Verlag das Ganze diplomatischer formulierte und die in solchen Fällen gern genommenen „neuen Projekte“ anführte, derer sich „Dr. Wolfram Weimer“ nun „zuwenden“ wolle; er werde die „Burda News Group“ außerdem „auch in Zukunft beraten“. Trotz der kommunikativen Kosmetik war klar: Das Experiment, das von Anfang an unter keinen guten Vorzeichen gestanden hatte, ist gescheitert. „Focus“-Erfinder Markwort wollte Weimer nicht. Verlagschef Burda konnte Markwort nicht von Weimer überzeugen. Weimer musste gehen.
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Auf geht’s, Ansgar!

28 February 2012

Mensch, war das lustig, was der Ansgar Heveling (MdB, CDU) da kürzlich ins Handelsblatt geschrieben hat. Ein Pamphlet gegen die Arschlöcher aus dem Internet. Heveling schreibt:

Auch wenn das Web 2.0 als imaginäres Lebensgefühl einer verlorenen Generation schon bald Geschichte sein mag, so hat es allemal das Zeug zum Destruktiven. Wenn wir nicht wollen, dass sich nach dem Abzug der digitalen Horden und des Schlachtennebels nur noch die ruinenhaften Stümpfe unserer Gesellschaft in die Sonne recken und wir auf die verbrannte Erde unserer Kultur schauen müssen, dann heißt es, jetzt wachsam zu sein. Also, Bürger, auf zur Wacht! Es lohnt sich, unsere bürgerliche Gesellschaft auch im Netz zu verteidigen!

Jaha! Aufgepasst! Alle! Vor den digitalen Horden.

Wir dachten: Einer allein kann den Kampf gegen die ganzen pizzaverkrusteten Nerds nicht aufnehmen. Deshalb sind wir ihm zur Seite gesprungen. Wir, Ansgars Analoge Armee.



ACTA – ein Streitgespräch

28 February 2012

ACTA – das EU-Gesetzesvorhaben trieb in den vergangenen Wochen Tausende Aktivisten auf die Straße. Allein in München demonstrierten 16.000 Gegner, die um die Freiheit im Netz fürchten. Doch ist die überhaupt in Gefahr? Gemeinsam mit den Kollegen von Report München haben wir den Hamburger Liedermacher Frank Ramond und den Münchner ACTA-Demo-Anmelder Roland Jungnickel via Skype zusammengeschaltet, sie streiten lassen und dabei gefilmt.

Hier das Ergebnis.



Die “Facebook Chronik” frisst kleine Kinder

30 January 2012

Für das Hamburger Abendblatt konnte es nicht theatralisch genug sein: “Achtung, Facebook: So gefährlich ist die neue Chronik” titelte das Blatt am 30. Januar 2012. Wenige Zeilen darunter durfte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar den Schaden an der Gesamtbevölkerung herbei orakeln: “Die Hauptgefahr besteht wohl darin, dass der Nutzer angeregt oder angeleitet wird, aus seiner Vita Daten preiszugeben, die er zuvor nicht preisgegeben hätte.

Business as usual, also. Facebook ändert was am Angebot, die Mehrheit schreit auf, um dann doch bald wieder zu liken, stupsen und zu kommentieren. Das beste Mittel also gegen die neue Chronik: Einmal richtig aufregen, dann kann’s weitergehen.

Wir haben’s vorgemacht.